WINTER-PICKNICK

© House of Homburg

Lasst Euch bloß nicht den Winter trist reden. Wer sich über vermeintlich schlechtes Wetter ärgert, verschwendet Lebenszeit. Ich selbst habe mir schon vor Jahren vorgenommen, diese Zeit genauso zu genießen, wie die anderen Jahreszeiten. Und wenn der Tag besonders grau und kalt ist, mache ich daraus erst recht ein Fest. Anflüge von Winterblues bekämpfe ich umgehend mit Dingen, die erst richtig Spaß machen, wenn es frostig und düster ist. Ein paar Beispiele?

 

  • Kaminfeuer und Feuerkörbe;
  • Kerzen und Räucherstäbchen;
  • Heißgetränke mit Schuss – Glühwein, Eierlikör-Punsch, Feuerzangenbowle, Lumumba* – oder total vintage: Rüdesheimer Kaffee;
  • Kekse backen und gebrannte Mandeln und "Küchen"-Geschenke herstellen;
  • Do-it-yourselfen;
  • Dekorieren, und zwar zu allen Gelegenheiten: Herbst, Halloween, Erntedank, Advent, Weihnachten, Silvester, Post-Winter, Pre-Frühjahr - nur zu Karnevall fällt mir nichts ein;
  • Kitschige und alte Filme schauen;
  • Hygge, Cocooning, Chillen oder Homing, neudeutsch für "es sich zu Hause gemütlich machen";
  • English Tea Time;
  • Handgeschriebene Briefe und Karten an liebe Menschen verschicken;
  • Alles, was rustikal ist. Selbst meine Kitschallergie ist wie weggeblasen;
  • Sich in einer verschneiten Winterlandschaft Eisfüße und Frostnasen zu holen und sie dann zu Hause langsam wieder auftauen zu lassen;
  • Klamotten, die das ein oder andere überflüssige Pfund wegschummeln.

 

Ein paar Decken, Felle, Kissen, Windlichter, Tannenzapfen und Holz - fertig ist der Hüttenzauber.

 

Eine der ersten Maßnahmen ist raus aus der Wohnung und ab nach draußen – Vitamin D tanken. Die Balkonmöbel werden an ihrem Platz belassen, Feuerkorb und Heizstrahler aufgebaut und mit Decken, Kissen und Fellen ein kuscheliges Nest gebaut. Dann noch ein bisschen Deko und schon hat man einen tollen Platz im Freien, an dem man dick eingepackt und mit einem heißen Getränk bewaffnet, die winterliche Natur genießen kann.

Das i-Tüpfelchen: Wintergrillen. Grill anschmeißen, Freunde einladen, gemeinsam gegen Frostbeulen ankämpfen und sich die übelsten Weihnachtsgeschenke-Shoppinghorrortrips in den wärmsten Farben beschreiben, um sich richtig heiß zu reden.

Wer weder Balkon noch Terrasse sein eigen nennt, organisiert einfach ein Winterpicknick an einem schönen Ort in der Natur. Ein verschneiter Weiher oder See, Waldschneise, Aussichtspunkt, Schloss- oder Kurpark... Das macht doch keiner! Na und, dann seid ihr eben die ersten.

Vergesst nicht, eine Thermoskanne mit heißem Lumumba einzupacken. 

*Das Rezept für den weltbesten Lumumba mit Amaretto:

 

- 90 g Zartbitterschokolade 50 % oder - wer es herber wünscht - 70 %

- 1 Pkt Vanillezucker - nach Geschmack mehr oder weniger

- 500 ml Milch

- Amaretto nach Gusto

- 1 Pkt. Sahne

- Puderzucker

- Als Topping optional Zimt, Karamellsoße, Spekulatiuskekse, Schokoraspeln

 

So geht's:

Die Milch in einen Topf geben und langsam erwärmen. Die Schokolade und den Vanillezucker hinzugeben und darin auflösen. Währenddessen die Sahne und den Puderzucker verrühren und die Sahne steif schlagen. Kurz vor dem Servieren noch den Amaretto in den Topf geben und dann in eine hohe Tasse gießen, einen ordentlichen Klecks Sahne obendrauf und dann mit einem Hauch von Zimt, Karamellsoße und Spekulatiuskeksstreuseln krönen

 

Warnung: Eine Tasse Lumumba ersetzt locker eine Mahlzeit.

Egal, irgendwie muss man ja zu seinen Neujahrsvorsätzen kommen. Ohne Alkohol schmeckt er übrigens auch toll und ist kids-geeignet.

Übrigens: Neben Weihnachten und Silvester gibt es noch einen weiteren Tag im Dezember, der von mir ganz besonders gefeiert wird: der 21. Dezember!

Warum? An diesem Tag ist Wintersonnenwende. Ab dann werden die Tage endlich wieder länger. Die Natur schaltet nun langsam von „stand-by“ wieder auf „power“. Vorfreude pur.

 

Was macht Ihr, um keinen Winterblues aufkommen zu lassen?

 

Herzliche vorweihnachtliche Grüße

 

Gabriele